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Neugestaltung des Schlossmuseums – Konzeptentwicklung

von Dr. Erich Tom Post

Dr. Erich Tom Post
Dr. Erich Tom Post

Eine der Kernaufgaben eines jeden Museums ist die Vermittlung von Kenntnissen über und anhand von Exponaten. Das bedingt eine wissenschaftliche Erforschung von Herkunft und Bedeutung der Ausstellungsstücke in ihren historischen Zusammenhängen und ihren Bezügen zur Gegenwart. Die Spezifikation des Schlossmuseums als Jagd- und kulturhistorisches Museum definiert seinen Vermittlungsauftrag. Die Satzung der Trägerstiftung Hessischer Jägerhof steckt den Rahmen dazu ab. Das Wie und Wo der Erfüllung der Museumsaufgaben in diesem Aktionsradius hat viele Facetten und breite Spielräume. Sie zu benennen, Realisierungsmöglichkeiten auszuloten, Wirkungen und Erfolge abzuschätzen, Ideen und Anregungen zu sammeln usw. sind Aufgaben der Konzeptentwicklung.

Diskussionszirkel im Rondellsaal - O. Faller J. Breithaupt
Diskussionszirkel im Rondellsaal - O. Faller J. Breithaupt

Dazu trafen sich im Mai 2014- nach einem „Kick off Workshop“ im März - Experten aus Museums relevanten Bereichen mit Vertretern der Stiftung, des Förderkreises und der Jagd unter Leitung eines professionellen Moderators. Nach Begrüßung durch Landesforstmeister C. Wilke in seiner Eigenschaft als Mitglied des Stiftungsvorstands und einer Einführung durch die Museumskuratorin Onno Faller und den Geschäftsführer der Stiftung, Jan Breithaupt, entspann sich eine lebhafte konstruktive Diskussion, bei der Erfahrungen, praktische Hinweise, theoretische Erwägungen, Bestätigungen der bisherigen Arbeit aber auch Bedenken zu Planungen von Museumsfachleuten, Denkmalpflegern, Archivaren, aus Kreisen der Kulturverwaltung, aus dem gastronomischen und forstlichen Umfeld des Museums sowie aus der Jagd, der Stiftung und dem Förderkreis zusammengetragen wurden. 

C. Wilke, Dr. Ellenberger, Dr. Post
C. Wilke, Dr. Ellenberger, Dr. Post

Der Stiftungsvorstand vertreten durch Ministerialdirigent Wilke und dem Ehrenpräsident des LJV, Dietrich Möller, der LJV Hessen vertreten durch seinen Präsidenten Dr. Ellenberger, sowie der Vorstand des Förderkreises vertreten durch Dr. Post wiesen darauf hin, dass schon aufgrund des Stiftungsauftrags die Vermittlung von Kenntnissen der historischen Jagdentwicklung und deren Auswirkungen auf die gegenwärtige Jagdsituation ein Kernpunkt des Konzepts sein müsse. Als weitere Schwerpunkte wurden erörtert die Spiegelung der Jagdgeschichte in den sozialen, politischen, ökologischen und ökonomischen Gegebenheiten der jeweiligen Epochen bis in die Gegenwart, die mit der Jagd und Kranichstein verbundene parallele Entwicklung des Hauses Hessen-Darmstadt, eine verstärkte Einbindung und Vernetzung des Museums und des ganzen Schlossensembles in und mit den Kulturinstituten Darmstadts und der Region, eine Verbindung mit kulturellen Veranstaltungen literarischer, musikalischer oder auch darstellerischer Kunst, verbesserte Rahmenbedingungen, wie Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, Kooperationen mit touristischen, gastronomischen oder kulturfördernden Einrichtungen, Ausweitungen musealer Veranstaltungen auf die Umgebung des Schlosses mit Events und vieles Mehr.

Die aus den engagierten Diskussionen und Darlegungen gewonnen vielseitigen Erkenntnisse, seien sie positiver oder negativer Art, werden in die weiteren Überlegungen der Konzeptentwicklung einbezogen. Der Anregung des Vertreters des Hessischen Museumsverbandes Dr. Hanno Broo folgend wird ein den Fortgang begleitendes Kuratorium aus Experten eingerichtet.